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Donnerstag, 11. Mai 2017

Zwischen zwei Stühlen

Mit dem halben Herzen trauer ich noch jemandem hinterher, dem ich nie wirklich etwas bedeutet habe. Alles nur ein Spiel. Er hat gewonnen.
Mit dem Rest des Herzens suche ich verzweifelt nach jemandem, dem ich vertrauen kann. Vertrauen, sowieso das Kryptonit jedes Scheidungskinds. Wie ein kleiner Hund auf der Suche nach Liebe und Zuneigung, doch voller Angst sie auch zu finden.
Ich stehe zwischen zwei Stühlen: meiner Angst und meiner Sehnsucht.
Anstatt mich selbst zu motivieren, nehme ich auf der Angst platz und starre die Sehnsucht an.
Wenn ich es so recht überlege, ist die Angst vielleicht eher ein gemütlicher Sessel. Mir passiert nichts, ich wage nichts, ich kann nichts verlieren. "Wer nicht wagt, der hat schon verloren" heißt es. Doch wer das sagt, hat noch nie geliebt, riskiert und verloren.
Ich sitze hier in meinem Sessel und schaue. Schaue mein Freunde an, ihre Beziehungen, ihre Flirts, ihre ganze Energie. Ich schaue wie es in die Brüche geht, es beginnt und wie es hält.
Doch ich sitze hier ganz stumm und taub und teile meine Gedanken mit dem Internet.
"Ach, das liest doch eh kein Mensch" denk ich mir und tippe weiter.

Vermissung

Noch häufig denke ich an dich,
deinen Blick bevor du mich küsst.
Ja, ich weiß ich sehne mich.

Ich will es mir nicht eingestehen,
dass mein Herz noch von dir spricht.
Obwohl mein Kopf es besser weiß,
komm ich nicht von dir los.

Du warst immer nur du selbst.
Doch was ich in dir sah,
war niemals wirklich da.

Deine Art berechnend,
deine Augen mit mir spielend.
Dein Mund mich belügend,
deine Wort niemals wahr.

Du wolltest mich.
Du hattest mich.
Du warst weg.